Eng verbunden mit der Geschichte des Landmaschinenmuseums ist die frühere Hofstelle Lammers mit den angrenzenden Grundstücken. Die Stadt begann 1989 mit den umfangreichen Umbauarbeiten des Wirtschaftsgebäudes zu einer öffentlichen Begegnungsstätte. Im Zuge dieser Baumaßnahmen ging ein lang gehegter Wunsch des Heimatvereins in Erfüllung. Die Stadt stellte dem Heimatverein zwei kleinere Räume zur Unterbringung des umfangreichen Archivgutes unentgeltlich zur Verfügung und übernahm auch einen erheblichen Teil der Einrichtungskosten.
Die Ausstattung des großen Mehrzweckraumes und des Kaminzimmers mit landwirtschaftlichen Kleingeräten und früherem Hausrat der hiesigen Landbevölkerung erfolgte durch den Heimatverein. Weiterhin erfolgte durch den Heimatverein die Einrichtung des restaurierten Backhauses mit zwei großen Tischen und vier Eichenholzbänken. Die Einweihung der Begegnungsstätte fand am 20. Oktober 1991 statt.
Weiterhin sammelte der Heimatverein Riesenbeck landwirtschaftliche Maschinen und Geräte, um sie der Nachwelt zu erhalten. Passende Räumlichkeiten ließen sich aber lange Zeit insbesondere für die größeren Geräte und Maschinen nicht finden. Im Zuge der Flurbereinigung Riesenbeck wurde der Hof Eggert ausgesiedelt und das Anwesen der Stadt Hörstel verkauft. Unter anderem befand sich auch eine aus Bruchsteinen gemauerte Scheune auf dem Gelände, die abgebrochen und später im nördlichen Teil der Begegnungsstätte Riesenbeck vom Heimatverein wieder aufgebaut werden sollte. Es gingen aber nach den erfolgreichen Verhandlungen mit der Stadt Hörstel noch zwei weitere Jahre ins Land, ehe dem Verein nach Verhandlungen mit dem Amt für Denkmalpflege in Münster im Herbst 1993 die Baugenehmigung erteilt wurde. Wegen des bevorstehenden Winters konnten die Arbeiten erst im Frühjahr 1994 beginnen.
Der erste Spatenstich erfolgte mit der Erstellung der 50 cm starken Fundamente am 15. März 1994. Danach aber zeigte sich, daß das Bauvorhaben durch eine uneigennützige Mitarbeit der Vereinsmitglieder nicht zu verwirklichen war, da die erforderlichen Maurer nicht in ausreichender Zahl zur Verfügung standen. Auch fehlte es an entsprechendem technischen Gerät. Es erfolgte deshalb die Vergabe der Bauarbeiten an hiesige Unternehmer. Im Frühjahr 1995 errichtete die Firma Michel das Innenmauerwerk aus Kalksandstein. Nach längeren Bemühungen erklärte sich die heimische Firma Paetzke bereit, das aufwendige Verblendmauerwerk aus den schweren Bruchsteinen zu erstellen, jedoch unter der Voraussetzung, daß der Heimatverein zwei "Handlanger" stelle. Das war ihm aber nicht möglich, da während der betrieblichen Arbeitszeit der Firma nur Rentner zur Verfügung standen. Diesen konnte man aber die schweren körperlichen Arbeiten nicht mehr zumuten.
Verhandlungen mit dem Arbeitsamt Rheine wegen einer "Arbeitsbeschaffungsmaßnahme" (ABM) waren letztlich von Erfolg gekrönt. Mit Bescheid vom 7. Mai 1996 wurde dem Heimatverein die beantragte ABM für die Dauer von drei Monaten bewilligt. Damit konnte die Firma Paetzke nach einjähriger Unterbrechung der Bauarbeiten mit dem Verblenden des Schuppens beginnen und diese auch innerhalb des Bewilligungszeitraumes der ABM beenden. Auch die Zimmererarbeiten überstiegen die Kräfte des Heimatvereins. Nach einer beschränkten Ausschreibung wurde der Auftrag an die Firma Bringemeyer in Ibbenbüren erteilt. Der Dachstuhl wurde von ihr fristgerecht erstellt, so daß am 14. Juli 1996 das Richtfest gefeiert werden konnte.
Zeitgleich wurden die über 100 Ausstellungsstücke gesäubert, die vielfach durch eine Abstrahlung und einen Schutzanstrich in der Firma Niemeyer erfolgte. Vollständig eingerichtet erfolgte am 13. Juli 1997 in Verbindung mit dem 3. Riesenbecker Heimattag im Beisein von Vertretern der beiden Kirchen, der Stadt Hörstel, der Unternehmer und des Kreisheimatpflegers Josef Hüser aus Emsdetten die feierliche Einweihung der Ausstellungsscheune, in dem das Landmaschinenmuseum untergebracht ist.
In der Festansprache des Kreisheimatpflegers würdigte dieser die gewaltige Arbeit der Heimatfreunde in den letzten Jahren. Völlig uneigennützig seien viel Arbeit, Freizeit und auch finanzielle Mittel geopfert worden, um die Idee zu verwirklichen und das schöne Werk entstehen zu lassen.
Nicht unerwähnt bleiben darf die öffentliche Förderung dieses Bauvorhabens mit einem Gesamtbetrag von 80.000 DM. Hinzuzurechnen ist auch die unentgeltliche Überlassung der Bruchsteine und Dachziegel durch die Stadt Hörstel. Ohne diese Unterstützung und erhebliche Spenden wäre eine Verwirklichung dieses Projektes trotz der enormen Eigenleistung der Heimatfreunde nicht möglich gewesen. Deshalb ein herzliches Dankeschön an alle, die zum Gelingen des Werkes beigetragen haben. Das Landmaschinenmuseum ist seitdem in der Zeit von April bis Oktober an jedem ersten Sonntag im Monat von 15 bis 18 Uhr und darüber hinaus nach Vereinbarung geöffnet.
Aus dem Kreis der vielen freiwilligen Helfer beim Bau des Landmaschinenmuseums bildete sich im nachhinein eine Rentnergruppe, die sich an jedem Montagnachmittag zu Arbeitseinsätzen trifft. Der vorhandene kleine Schuppen auf dem Gelände der Begegnungsstätte wurde entrümpelt, gesäubert und ein neuer Fußboden mit Pflasterklinker angelegt. In dem Schuppen wurde eine Werkstatt eingerichtet, in der die vielfältigen Arbeiten vorbereitet und durchgeführt werden können. So wurde z.B. eine arg lädierte und nicht mehr funktionsfähige Holzschuhmachermaschine in vielen Stunden wieder einsatzfähig hergerichtet. Begonnen wurde mit der Herstellung von kleinen Holzschuhen als Souvenir.
Mit der Zeit machte sich das Museum mehr und mehr einen Namen. Dies hatte zur Folge, daß ständig alte Landmaschinen für die Ausstellung angeboten und übernommen wurden. Da der Ausstellungsraum bald nicht mehr ausreichte begann im Frühjahr 2002 die Errichtung eines Kappschuppens mit einer Grundfläche von ca. 200 m² in Fachwerkbauweise mit einem unteren Sandsteinmauerwerk. In diesem in Eigenleistung erstellten Gebäude sind nun die Großgeräte wie Traktoren, Ackerwagen und Drescher untergebracht.



Eine beträchtliche Anzahl weiterer Kleingeräte befindet sich in der kleinen Scheune sowie in der Begegnungsstätte selbst. Durch ein Backhaus mit einem funktionsfähigen Steinofen erfährt das Gelände eine harmonische Abrundung.
Viele der vornehmlich aus dem ersten Teil des 20. Jahrhunderts stammenden Ausstellungsstücke sind Dauerleihgaben, der überwiegende Anteil befindet sich jedoch im Besitz des Riesenbecker Heimatvereins. Ständig kommen neue Ausstellungsstücke hinzu, die in der Regel wieder voll funktionsfähig hergerichtet und bei besonderen Anlässen auch vorgeführt werden.
Das Landmaschinenmuseum Riesenbeck hat sich zum Ziel gesteckt, die Entwicklung der in der Landwirtschaft verwendeten Maschinen für die verschiedensten Arbeitsbereiche anhand der Maschinen selbst sowie den Beschreibungen zu dokumentieren. Alle Maschinen sollen funktionstüchtig so hergerichtet werden, daß ihre Arbeitsweise für die Besucher erkennbar ist. Um hierfür einen geeigneten Raum zu schaffen hat der Heimatverein am 4. April 2005 damit begonnen, eine Werkstatt bauen, die das Arbeiten unabhängig von den Witterungsverhältnissen und der Jahreszeit erlaubt. Die Fertigstellung der Werkstatt erfolgte am 5. Dezember 2005 mit einer Einweihungsfeier (siehr auch Pressebericht).